Polizei sollen "Sieg Heil"-Rufe an der Neuen Donau recht kaltgelassen haben

📌 Diğer 📰 Der Standard (AT) 🕐 2 gün önce
Polizei sollen "Sieg Heil"-Rufe an der Neuen Donau recht kaltgelassen haben

Zwei Wienerinnen schlugen Alarm, als eine Gruppe an der Neuen Donau "Sieg Heil" rief und den Hitlergruß zeigte. Sie fühlen sich von der Polizei ignoriert. Die bestreitet Fehlverhalten

Zwei Wienerinnen schlugen Alarm, als eine Gruppe an der Neuen Donau "Sieg Heil" rief und den Hitlergruß zeigte. Sie fühlen sich von der Polizei ignoriert. Die bestreitet Fehlverhalten

Die Gesetzeslage ist eindeutig: Wer sich "im nationalsozialistischen Sinn betätigt", ist zu bestrafen – und "Sieg Heil"-Rufe und das Zeigen des Hitlergrußes fallen gesetzlich ohne Zweifel in diese Kategorie.

Dementsprechend wählten zwei junge Wienerinnen am vergangenen Wochenende den Notruf, als eine Gruppe von drei Männern und einer Frau vergangenen Freitag an der Neuen Donau minutenlang Nazi-Parolen durch die Gegend geschrien haben soll. Die zwei Frauen nahmen auch ein Video auf, das dem STANDARD vorliegt und auf dem klar "Sieg Heil!" zu hören ist. Auch der rechte Arm wurde zum Hitlergruß gereckt. Das alles im Beisein eines Kleinkindes.

Die Polizei soll auf ihre Hinweise jedoch nicht reagiert haben, sagen sie dem STANDARD. Auch zwanzig Minuten nach ihrem Notruf sei noch keine Streife erschienen, um die Personalien der Personen aufzunehmen. Als die Gruppe weiterzog, riefen die Wienerinnen erneut bei der Polizei an. Dort habe man ihr geraten, einfach weiterzugehen.

Am Montag ging eine der Frauen dann auf eine Polizeiinspektion, um Anzeige zu erstatten und das Material zu übermitteln. An der Übergabe des Videos soll die Polizei vorerst kein Interesse gezeigt haben. Er rechne nicht damit, dass "etwas herauskommt", soll der Inspektor gemeint haben. Die Videodatei sei zu groß, die werde man nur anfordern, wenn weiterermittelt werde, soll der Polizist beschieden haben.

Was sagt die Wiener Polizei dazu? Ein Sprecher betont, dass nach dem Notruf sehr wohl eine Streife losgeschickt worden sei. Diese sei aber durch den zweiten Anruf und die Info, dass die Gruppe weiterzieht, "widerrufen" worden. Es seien jedenfalls Ermittlungen aufgenommen worden, auch das Landesamt für Staatsschutz und Extremismus (LSE) sei tätig. Das Video sei in der Polizeiinspektion abgespielt worden, dessen Inhalte seien veraktet worden. Die Zeugin habe versprochen, das Video aufzubewahren und bei Bedarf zur Verfügung zu stellen.

"Für mich bleibt nach der Erfahrung das Gefühl übrig, dass erneut ein rechtsextremer Fall nicht ausreichend ernst genommen wird. Zivilcourage gegen menschenfeindliche Einstellungen wird nicht unterstützt, sondern erschwert", sagt eine der Anzeigerinnen zum STANDARD. Sie müsse immer wieder daran denken, wie der Polizist im Telefonat zu ihr gemeint habe, sie solle halt weitergehen: “So als wäre eh nichts passiert. Ist es 2026 denn okay, mitten in Wien den Hitlergruß zu zeigen?"

Da

📌 Kaynak

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