US-Einmischung im Fall Nowak löst Ärger in London aus
J. D. Vance sorgte mit seinen Äußerungen zum Mordfall Henry Nowak für Aufruhr. Er rief zu "gerechtem Zorn" auf und führte den Mord auf eine angebliche "Masseninvasion von Migranten" zurück
J. D. Vance sorgte mit seinen Äußerungen zum Mordfall Henry Nowak für Aufruhr. Er rief zu "gerechtem Zorn" auf und führte den Mord auf eine angebliche "Masseninvasion von Migranten" zurück
London/Washington – US-Vizepräsident J. D. Vance hat mit seinen Äußerungen zum Mordfall Henry Nowak in Großbritannien für Aufruhr gesorgt. In einem X-Beitrag rief Vance am Freitag zu "gerechtem Zorn" auf und führte den Mord an dem 18-Jährigen im südenglischen Southampton auf eine angebliche "Masseninvasion von Migranten" zurück.
Der Fall um den getöteten Studenten löste in den vergangenen Tagen in Großbritannien eine Debatte über Ungleichbehandlung und Rassismus aus. In Southampton kam es am Dienstag im Zuge eines Protests zu Ausschreitungen.
In den letzten Tagen sei versucht worden, "in unsere Demokratie einzugreifen und Zwietracht auf unseren Straßen zu säen", hieß es kurz nach den Äußerungen von Vance aus der Downing Street. Man solle den Wunsch der Familie von Nowak akzeptieren und seinen Tod nicht für "Spaltung, Hass oder Spannungen" auszunutzen, sagte ein Sprecher britischen Medien zufolge.
Nowak war im Dezember 2025 in Southampton niedergestochen worden. Die Polizei schenkte jedoch dem Täter Glauben, der behauptete, als Anhänger der Sikh-Religion rassistisch beleidigt worden zu sein und sich als Opfer darstellte. Die schweren Verletzungen Nowaks waren zunächst nicht sichtbar. Seine Beteuerungen, er sei niedergestochen worden und könne nicht atmen, wurden ignoriert. Ihm wurden Handschellen angelegt, als er bereits im Sterben lag. Am Montag wurde der Täter zu einer lebenslangen Haftstrafe von mindestens 21 Jahren verurteilt. Bodycam-Aufnahmen des Vorfalls gingen um die Welt.
Auch Techmilliardär Elon Musk hatte zuletzt mehrfach auf seiner Social-Media-Plattform X umstrittene Beiträge zu der Kontroverse geteilt. Rechtspopulistische Politiker und Rechtsextremisten sehen den Fall als angeblichen Beleg dafür, dass Bemühungen zur Bekämpfung von Rassismus in Großbritannien bei der Polizei inzwischen zu einer Benachteiligung der weißen Mehrheitsbevölkerung führen. Liberale und Linke wittern dahinter eine Kampagne mit rassistischem Hintergrund.
Es ist nicht das erste Mal, dass die US-Regierung von Präsident Donald Trump gegen Großbritannien ausholt. Der Republikaner wirft den Briten und anderen Europäern unter anderem immer wieder eine fehlgeleitete Migrationspolitik vor. (APA, 6.6.2026)
Mordfall Henry Nowak: Starmer wirft Musk Einmischung in britische Politik vor
📌 Kaynak
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