Polens radikale Rechte unter Grzegorz Braun wird zum Machtfaktor
Anti-ukrainisch, anti-europäisch, pro-russisch - die "Konföderation der polnischen Krone" kommt in Umfragen auf Werte um zehn Prozent. Warum findet die Partei in Polen so großen Zuspruch? Von Palina Milling. [ mehr ]
Anti-ukrainisch, anti-europäisch, pro-russisch - die "Konföderation der polnischen Krone" kommt in Umfragen auf Werte um zehn Prozent. Warum findet die Partei in Polen so großen Zuspruch?
Eine Schießanlage im Grünen, unweit von Kattowitz im Süden Polens. Grzegorz Braun und seine rechte Partei die Konfederacja Korony Polskiej ("Konföderation der polnischen Krone") haben dieses Wochenende zu einem Schützenturnier geladen: Picknick für Gleichgesinnte und ein Schießwettkampf um den Pokal des Parteichefs persönlich.
Schon vor Jahren machte Braun deutlich, wie wichtig er Zugang zu Waffen findet: "Grüß Gott! Das Recht, Waffen zu besitzen und zu tragen, ist ein angeborenes Recht. Das ist kein Privileg, das in irgendeiner Weise durch irgendeine Regierung eingeschränkt werden soll." Waffenbesitz sei eines von Brauns Dauerbrennern, erklärt Michal Piedziuk, Analyst des polnischen Thinktanks Polityka Insight.
Piedziuk beobachtet den politischen Weg des 59-jährigen Brauns. Der Politiker ist Publizist, Regisseur und seit Langem politisch aktiv. Braun zelebriert Traditionen und die polnische Sprache, redet sehr langsam, verwendet altmodische Ausdrücke. Und er lässt deutlich erkennen, wie gläubig er ist.
"Er visiert in gewisser Weise Wähler an, die etwas älter sind, die sich entweder daran erinnern, wie die Leute früher geredet haben, oder die selbst nach Politikern suchen, die ihre Worte mit Bedacht wählen, die sich auszudrücken wissen, die keine Umgangssprache verwenden", sagt Piedziuk. "Und gleichzeitig verwebt er in seine Sätze verschiedene Bezüge zu Gott, er erwähnt gerne auch die Jungfrau Maria."
Seine Unterstützer leben überwiegend in ländlichen Regionen, in den eher ärmeren Gegenden im Osten Polens. Oft seien es Menschen, die sich durch "das System" benachteiligt fühlten, sagt der Analyst. Braun schwärme ihnen ein Polen vor, wo jeder Pole sein eigener Herr sein soll.
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Und Braun wisse auch, sein Auftreten zu inszenieren: "Er spielt die Rolle eines Zynikers. Er spielt jemanden, der Unruhe stiftet, der Sand ins Getriebe des politischen Systems der Dritten Polnischen Republik streut", erklärt Piedziuk "Er ist ein Mann mit sehr ausgeprägten Ansichten, die uns oft schockieren."
So sorgte er 2023 für einen Skandal, als er eine Chanukka-Kerze im polnischen Parlament mit einem Feuerlöscher löschte. Doch diese Aktion machte ihn in ganz Polen bekannt.
Später fing Braun an, seine Partei, die KKP, zur eigenständigen politischen Kraft aufzubauen. Im
📌 Kaynak
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