Streit um KI-Klauseln: Netflix-Produktionen verlieren deutsche Stammstimmen
Bei neuen Netflix-Produktionen mit Russell Crowe, Jason Momoa, Gerard Butler und Jennifer Lopez sind die üblichen Stimmen nicht mehr zu hören. Grund ist ein Streit um KI-Klauseln. ( Netflix , KI )
Der Konflikt um KI-Klauseln in Netflix-Verträgen spitzt sich weiter zu. Einige prominente Synchronsprecher haben kürzlich begründet, warum sie bei künftigen Netflix-Produktionen nicht mehr zu hören sein werden. Dazu gehören Martin Umbach, Matti Klemm, Anne Vielhaben und Natascha Geisler.
Auch viele andere Synchronsprecher verweigern die Unterschrift unter einen Netflix-Vertrag, der verlangt, dass ihre eigene Stimme für KI-Training verwendet wird, ohne dass sie dafür bezahlt werden.
"Nun steht die Synchronisation eines neuen Netflix-Films mit Russell Crowe an – und ich werde dieses Mal nicht dabei sein", sagt Martin Umbach in einem Instagram-Video(öffnet im neuen Fenster), der auch die Stammstimme von George Clooney ist. Dazu habe er sich entschieden, "weil Netflix inzwischen von den Synchronschauspieler*innen verlangt, zuzustimmen, dass ihre Aufnahmen auch zum Training einer künstlichen Intelligenz verwendet werden dürfen."
"Ich soll also meine künstlerische Arbeit als Trainingsmaterial zur Verfügung stellen. Und das mache ich nicht", sagt Umbach. "Schauspiel entsteht für mich aus Lebenserfahrung, Intuition, Empfindsamkeit, Empathie, Widersprüchen, Verletzlichkeit. Also etwas zutiefst Menschlichem."
"Die künstliche Intelligenz kann Sprache imitieren, ziemlich gut sogar, aber nicht Bewusstsein, nicht Seele. Und deshalb werde ich dieses Mal schweren Herzens diesen Film nicht synchronisieren", erklärte er.
Anne Vielhaben erklärt auf Instagram(öffnet im neuen Fenster), warum sie der Stimme der Figur Tecna in Winx ihre Stimme nicht mehr geben werde, obwohl sie Tecna als "absolute Herzensrolle" bezeichnet. "Aber die aktuellen Rahmenbedingungen in den Verträgen erlauben mir das nicht mehr. Wenn ich unterschreibe, gebe ich die Rechte an meiner Stimme so weit ab, dass sie durch KI ersetzt werden könnte, ohne dass ich darauf noch Einfluss habe oder fair vergütet werde", umreißt Vielhaben das Problem.
"Ich verzichte hier auf ein Projekt, das ich seit über 20 Jahren liebe – und auf wichtige Einnahmen." Auch andere Kollegen aus dem Haupt-Cast würden nicht mehr zu hören sein, heißt es von Vielhaben. "Ich tue es, um ein Zeichen zu setzen. Ich möchte nicht Teil meiner eigenen Abschaffung sein."
📌 Kaynak
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