Papst Leo XIV. in Spanien: Entsteht da eine echte Freundschaft?
Der eine Atheist, der andere Kirchenoberhaupt: Trotz der Gegensätze scheinen sich Spaniens Regierungschef Sánchez und Papst Leo XIV. anzunähern. Dabei ist das Verhältnis zwischen Spaniens Linken und Kirche vorbelastet. Von Lisa Weiß. [ mehr ]
Der eine Atheist, der andere Kirchenoberhaupt: Trotz der Gegensätze scheinen sich Spaniens Regierungschef Sánchez und Papst Leo XIV. anzunähern. Dabei ist das Verhältnis zwischen Spaniens Linken und Kirche vorbelastet.
Spaniens sozialistischer Ministerpräsident Pedro Sánchez ist überzeugter Atheist. Einer, der sich als erster spanischer Regierungschef jemals geweigert hatte, bei seiner Vereidigung auf die Bibel zu schwören. Die spanische Verfassung musste reichen. Und trotzdem - nach seiner Audienz bei Papst Leo dem XIV., vor dem Papstbesuch, war Sánchez voll des Lobes:
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Das sind nicht nur für einen Atheisten versöhnliche Worte, sondern auch für einen spanischen Sozialisten. Denn traditionell steht die katholische Kirche in Spanien eher der Rechten nahe, erklärt Politikprofessor Pablo Simón von der Universität Carlos tercero in Madrid.
Und geht gleich mal zurück in die Geschichte: Schon zu Zeiten des spanischen Unabhängigkeitskrieges Anfang des 19. Jahrhunderts kämpften liberale Kräfte gegen die Vormachtstellung der katholischen Kirche, sagt Simón. Während der zweiten spanischen Republik in den 1930er-Jahren führten die Demokraten Religionsfreiheit ein und verringerten den Einfluss der Kirche auf die Schulen.
Aber dann kam der Spanische Bürgerkrieg. "Als Franco nach dem Bürgerkrieg an die Macht kommt und bis zu seinem Tod bleibt, wird festgelegt, dass die Religion eine zentrale Rolle bei der Legitimation des Regimes spielen soll, und dass Religion in den Schulen gelehrt wird", so Simón.
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Heute ist Spanien längst wieder eine Demokratie, aber an die Verbindung zwischen Kirche und Diktator Franco erinnern sich in Spanien noch viele. Allerdings: Der aktuellen, linken Regierung sind soziale Fragen sehr wichtig - und sie liege dabei auf einer Linie mit der Sozialdoktrin der katholischen Kirche, sagt Simón.
Beispiele dafür: die Haltung zur Migration, die Bemühungen um den Weltfrieden, die Bekämpfung von Armut - oder der verantwortungsvolle Umgang mit Künstlicher Intelligenz und die Kritik an großen Technologie-Konzernen. "Aber die Meinungsverschiedenheiten bei allem, was mit den Rechten sexueller Minderheiten oder mit dem Feminismus oder mit der Abtreibung zu tun hat, existieren zwangsläufig und bestehen fort", sagt Simón.
In seinem Lehrschreiben fordert Leo XIV. strenge KI-Regeln - und warnt vor einem "neuen Kolonialismus". mehr
Also was jetzt: Hat
📌 Kaynak
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