"Bestes Netz für Deutschland": Politik und Wirtschaft vereinbaren schnelleren Netzausbau
Der Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen in Deutschland soll beschleunigt werden. Dazu unterzeichneten die Akteure eine Absichtserklärung. ( Breitband , Glasfaser )
Politik und Wirtschaft wollen den Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen beschleunigen und besser koordinieren. Das geht aus einer 36-seitigen Absichtserklärung(öffnet im neuen Fenster) (PDF) hervor, die Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen sowie Branchenverbänden und Telekommunikationsunternehmen am 8. Juni 2026 in Berlin gemeinsam unterzeichneten.
Das Memorandum of Understanding (MoU) mit dem Titel Bestes Netz für Deutschland formuliert zudem messbare Ziele für den Netzausbau, die als handlungsleitende KPIs (Key Performance Indicators) bezeichnet werden. Diese sollen "Transparenz über Fortschritte und Herausforderungen des Ausbaus sowie der Marktsituation" schaffen.
Zu den 34 Unterzeichnern gehören neben Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) die zuständigen Digitalminister der 16 Bundesländer, Vertreter von Städte- und Landkreistagen, die Präsidenten der Verbände VATM, Buglas, Breko, Bitkom, Anga, VKU sowie die Chefs von Telekom, Vodafone, Telefónica, 1&1, Versatel, Deutsche Glasfaser und Ewe Tel.
Laut Wildberger umfassen die vereinbarten Kenngrößen unter anderem "den Ausbaufortschritt, die Dauer von Genehmigungsverfahren, die Höhe der Investitionen und die Nutzung digitaler Verfahren". Dem Minister zufolge wollen die Unterzeichner "mehr Tempo, weniger Bürokratie und verlässliche Rahmenbedingungen, damit der Ausbau von Glasfaser und Mobilfunk in Deutschland spürbar vorankommt".
Nach Einschätzung des Bundesverbands Breitbandkommunikation (Breko) schafft die Vereinbarung "eine gute Grundlage für die weitere Zusammenarbeit zwischen Branche, Politik und Verwaltung". Darüber hinaus forderte der Verband, dass die Bundesregierung in den laufenden Verhandlungen zum Digital Networks Act den Vorschlag für einen zügigen, regelgebundenen Übergang von Kupfer- auf Glasfasernetze unterstützt.
Der IT-Verband Bitkom verwies anlässlich der Unterzeichnung darauf, dass es durchschnittlich mehr als drei Jahre dauere, um einen Mobilfunkmast aufzustellen. "Die eigentliche Planung durch die Unternehmen dauert durchschnittlich acht Monate, der Bau rund vier Monate. Die größten Verzögerungen entstehen bei der Standortsuche mit im Schnitt 16 Monaten und im Genehmigungsverfahren mit rund zehn Monaten. Auch die Stromanbindung kann bis zu eineinhalb Jahre dauern", hieß es.
Der Verband forderte daher, den Liegenschaftsatlas für öffentliche Gebäude und Grundstücke bereitzustellen, damit geeignete Mobilfunkstandorte schneller gefunden werden könnten. Zudem bräuchten Mobilfunkmasten eine priorisierte Stromanbindung.
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