Kulturkampf um die Kultur: Gift für die Demokratie?

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Kulturkampf um die Kultur: Gift für die Demokratie?

Worin besteht Erinnerungskultur? Sollte Kunst neutral sein? Immer häufiger toben politische Kämpfe um solche Fragen. Werden sie zur Bedrohung für die Kulturinstitutionen selbst? Von Antje Bonhage. [ mehr ]

Worin besteht Erinnerungskultur? Sollte Kunst neutral sein? Immer häufiger toben politische Kämpfe um solche Fragen. Werden sie zur Bedrohung für die Kulturinstitutionen selbst?

Marion Ackermann weiß, wie schnell eine Debatte in einen regelrechten Kulturkampf ausarten kann. Die Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz kennt das aus ihren Jahren als Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Zusammen mit anderen Kultur-, Demokratie- und Bildungsinstitutionen hat die Stiftung am 7. Juni zu diesem Thema einen Demokratietag auf der Berliner Museumsinsel veranstaltet.

Marion Ackermann, Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

In Dresden habe sie gelernt, wie moderne Kulturkämpfe funktionieren, sagt Ackermann. Immer wieder entzündeten sich Konflikte an ähnlichen Themen: Gender, Migration, Klima oder Erinnerungskultur. "Gefährlich und gleichzeitig banal" seien diese Auseinandersetzungen. Banal, weil die Muster sich ständig wiederholten. Gefährlich, weil sie weit über die eigentlichen Sachfragen hinausreichten und das Vertrauen in kulturelle Institutionen untergraben könnten.

Beobachten lässt sich das derzeit auch in Sachsen-Anhalt. Dort wird im September ein neuer Landtag gewählt. Die AfD liegt in Umfragen deutlich vorn. Kulturpolitik spielt im Programm der Partei eine zentrale Rolle. Eine "neue patriotische Kulturpolitik" kündigt die AfD an, die den Deutschen ihr "Selbstbewusstsein zurückgeben" und eine "patriotische Wende" ermöglichen solle.

Vor dem Magdeburger Opernhaus protestierten im November 2025 rechte Gruppierungen gegen das Stück "Wunde Stadt" über den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt.

Staatliche Förderung solle künftig stärker auf Kunst und Kultur ausgerichtet werden, die zur "deutschen Identitätsfindung" beitrage. Zugleich fordert die Partei Reformen bei der Kulturförderung, der politischen Bildung und bestehenden Kultureinrichtungen.

Kulturinstitutionen wie das Bauhaus Dessau sehen darin grundlegende Fragen von Kunstfreiheit und institutioneller Unabhängigkeit berührt. Die von Walter Gropius als Hochschule für Gestaltung gegründete Einrichtung gilt weltweit als Symbol der Moderne. Seit Jahren steht das Bauhaus im Fokus der Kulturpolitik der AfD.

Vertreter der AfD warfen der Institution im Landtag vor, zur "Traditionsvernichtung" beigetragen zu haben. In parlamentarischen Initiativen wandte sich die Partei gegen eine aus ihrer Sicht "einseitige Glorifizierung" des Bauhauses und bezeichnete es als Ausdruck eines "Irrwegs der Moderne".

Mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung bleibt die

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