Missionsgemeinschaft Kwasizabantu: Gewalt im Namen des Glaubens

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Missionsgemeinschaft Kwasizabantu: Gewalt im Namen des Glaubens

In der evangelikalen Missionsgemeinschaft Kwasizabantu wurden Kinder gezüchtigt und geschlagen. Auch Jahrzehnte später leiden sie unter den Folgen. Und bis heute scheint es eine "geheime Gemeinde" in Baden-Württemberg zu geben. Von Christian Wölfel. [ mehr ]

In der evangelikalen Missionsgemeinschaft Kwasizabantu wurden Kinder gezüchtigt und geschlagen. Auch Jahrzehnte später leiden sie unter den Folgen. Und bis heute scheint es eine "geheime Gemeinde" in Baden-Württemberg zu geben.

Die Kulisse ist malerisch: ein altes Bauernhaus in einer ländlichen Region in Oberbayern, Ziegen auf der Weide, Streuobst. Hier wächst Rebecka auf, zusammen mit vier Geschwistern.

Doch Rebecka erinnert diese Kindheit an etwas anderes: an Angst. Sie berichtet von Schlägen mit Hand, Kochlöffel oder Gürtel. Von "Scheitelknien" - mit bloßen Knien auf der Kante eines Holzscheits. Von einer Erziehung, in der es nach ihrer Darstellung darum gegangen sei, den "Willen des Kindes zu brechen". Ihr Bruder Benni schildert Ähnliches. Kleinste Verstöße reichen nach ihren Berichten: Faschingsschminke im Gesicht, ein "falscher" Ton im Schulbus.

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Der Vater von Rebecka und Benni ist Prediger, das Wohnzimmer dient als Gottesdienstraum. Die Familie soll in der evangelikalen Gemeinde als Vorbild taugen. Und gepredigt wird dort nach ihrer Erinnerung das Bild eines strafenden Gottes. Ein Bibelzitat, das nach ihrer Darstellung immer wieder fällt: "Wer sein Kind liebt, der züchtigt es."

Die Gemeinde, der die Familie von Rebecka und Benni angehört, kommt aus Südafrika. Dort gründet der Missionar Erlo Stegen 1970 die Kwasizabantu Mission - wörtlich: "Ort, an dem Menschen geholfen wird". In seiner Darstellung beginnt alles mit einer "Erweckung" in einem Kuhstall. In den 1970er- und 80er-Jahren tourt Stegen durch Europa, predigt in Gemeindesälen und Sporthallen. Anhänger aus Deutschland knüpfen enge Verbindungen, bringen Lehre und Erziehungsstil mit zurück.

Der Vater bestätigt später dem BR auf Anfrage, dass es körperliche Strafen gab, auch "Scheitelknien". Er verweist darauf, dass körperliche Züchtigungen damals verbreiteter gewesen seien und Prügeln seiner Auffassung nach noch nicht ausdrücklich verboten gewesen sei. Seine Methoden von damals nennt er selbst heute "gruselig".

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Gottesbild und Erziehung hängen zusammen. Gott, so lernen die Kinder nach ihrer Erinnerung, ist vor allem Richter. Sünde lauere überall: in "unreinen Gedanken", bei Musik mit Schlagzeug, beim falschen Rocksaum. Sexualität ist tabu - und gleichzeitig ständig Thema.

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📌 Kaynak

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