Angela Merkel: Jan van Aken spricht sich für Ex-Kanzlerin als Vermittlerin im Ukraine-Krieg aus
Der Kreml wollte Ex-Kanzler Schröder als Vermittler im Ukrainekrieg, in Deutschland sorgt die Personalie mehrheitlich für Ablehnung. Linkenchef Jan van Aken hat nun eine andere Idee.
Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der re:publica 2026
Linkenchef Jan van Aken hat Ex-Kanzlerin Angela Merkel als mögliche EU-Vermittlerin in Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine vorgeschlagen. »Donald Trump wird die Ukraine nicht retten«, sagte van Aken am Montag vor Journalistinnen und Journalisten in Berlin. Entsprechend müsse die EU viel mehr für Verhandlungen und Diplomatie tun.
Van Aken sagte, Merkel könne ausgleichend wirken. Bereits seit Mai taucht der Name der früheren Kanzlerin in der Debatte auf.
Der Kreml hatte hingegen Ex-Kanzler Gerhard Schröder als Vermittler ins Spiel gebracht. »Den finden wir alle doof«, sagte van Aken flapsig, seriös sei der Vorschlag nicht. Aber mit dem Vorstoß habe Russland erstmals überhaupt das Wort »Verhandlungen« in den Mund genommen. Daran müsse man anknüpfen. Merkel könne er sich als seriöse Gesprächspartnerin vorstellen, die sowohl EU-Perspektiven mitdenken kann, als auch sowohl in Moskau wie Kyjiw ernst genommen werde. Dass es noch in diesem Jahr ernsthafte Gespräche zwischen beiden Kriegsländern geben wird, davon ist van Aken überzeugt. »Nur Europa kann die Verhandlungen voranbringen«, schob er nach.
Am Sonntagabend kamen unterdessen Kanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Großbritanniens Premierminister Keir Starmer in London zusammen, um über weitere Unterstützung für die Ukraine und die Chancen für Verhandlungen mit Russland zu beraten. Wenig später traf auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein.
Putin zeigte sich gegenüber einer europäischen Beteiligung grundsätzlich offen, hat jedoch eigene Vorstellungen: Vergangene Woche traf er sich mit Schröder im Moskauer Kreml. Schröder war nach seiner Kanzlerschaft als Lobbyist bei russischen Energieunternehmen eingestiegen. Er hat sich zwar vom russischen Angriff auf die Ukraine distanziert, seine freundschaftliche Verbindung zu Putin aber weiter aufrecht gehalten.
Auf deutscher Seite wird der Vorschlag Putins als Provokation gesehen. Auch andere Vorschläge, wie etwa Merkel oder der frühere EZB-Chef Mario Draghi, dürften für die Bundesregierung nicht infrage kommen. »Es spricht einiges dafür, dass die E3 dabei weiter eine wichtige Rolle spielen werden«, heißt es aus deutschen Regierungskreisen. Zu den E3 gehören Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
Die Ukraine feiert militärische Erfolge gegen Russland. Doch nur wenn der Druck hoch bleibt, haben Gespräche mit Putin eine Chance: Verhandeln statt kämpfen sei die falsche Strategie, schreiben Claudia Major und Christian Möllig in ihrem Gastbeitrag
📌 Kaynak
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