WM 2026: Der DFB und die FIFA - es gilt die Schweigepflicht
Der Weltfußball tritt zur WM in den USA von Donald Trump an. Politisch gäbe es für die Verbände bei der WM 2026 viele Themen - doch der DFB hält sich raus.[ mehr ]
Der Weltfußball tritt zur WM in den USA von Donald Trump an. Politisch gäbe es für die Verbände bei der WM 2026 viele Themen - doch der DFB hält sich raus.
Die WM in Katar 2022 war für den DFB nicht nur sportlich ein Debakel. Beim Versuch, mit Kapitänsbinden und Gesten angesichts der toten Gastarbeiter und Menschenrechtsverletzungen beim WM-Gastgeber Haltung zu zeigen, wurden DFB-Präsident Bernd Neuendorf und andere Europäer von FIFA-Präsident Gianni Infantino während des Turniers gnadenlos vorgeführt.
Dieser sportpolitische Kantersieg des FIFA-Chefs wirkt bis heute nach. Wenn es um die Politik oder das Geschäft der FIFA geht, hat Infantino dem Weltfußball eine Schweigepflicht verordnet - und die wird beim DFB brav eingehalten.
Von DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig, früher lautstarker Kritiker der WM in Katar, bleiben kritische Worte diesmal weitgehend aus. Sportdirektor Rudi Völler mahnt, dass es "nur um Fußball geht". DFB-Präsident Bernd Neuendorf ist kommunikativ im Bezug auf die Rahmenbedingungen des Turniers fast komplett abgetaucht. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung fragte kürzlich genau deswegen: "Wo ist Bernd Neuendorf?"
Laut in Sachen Politik wurde Neuendorf zuletzt im Januar, als DFB-Vizepräsident Oke Göttlich zumindest eine Diskussion über einen WM-Boykott und über die Frage forderte, ob man sich angesichts der Zustände in den USA "unpolitisch" verhalten kann. Hier war DFB-Präsident Neuendorf sehr schnell und deutlich zur Stelle, mit einer verbalen Notbremse beendete er die Debatte.
Seitdem herrscht Ruhe. Dabei gäbe es zur Reise der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in die USA viele Themen. Ob willkürliche Razzien der Einwanderungsbehöre ICE mit Gefahren für reisende Fans, den Angriffen der Trump-Regierung auf demokratische Grundsätze, der Krieg der USA gegen den WM-Teilnehmer Iran oder die Einreisebeschränkungen für Fans und Spieler mancher Länder - all dies hat massive Auswirkungen auf die WM, bei der der DFB mitspielt.
Beim DFB verweist man in politischen Fragen gerne auf die Bundesregierung. Bernd Neuendorf, früher stellvertretender Chefredakteur der Mitteldeutschen Zeitung und Vorstandssprecher der SPD, sagte im Januar, dass man nicht die Informationen für entsprechende politische Einschätzungen habe. Der Sportschau stand Neuendorf für ein Interview im Vorfeld der WM nicht zur Verfügung.
Kaum ein Regierungschef der Welt hat so viel Zugang zu US-Präsident Donald Trump wie FIFA-Boss Gianni Infantino. Gleichzeitig behauptet er von sich selbst politisch neutral zu sein. ardsounds
Es hätte genügend weitere Themen gegeben: Über dem
📌 Kaynak
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